Schüler-Kompetenzkurse in Sachen Mediation
Schüler-Mediatoren - erste Erfahrungen An verschiedenen Schulen sind inzwischen Schüler-Mediatoren, auch Schüler-Streitschlichter genannt- ausgebildet worden. In Karlsruhe zum Beispiel wurden vor vier Jahren 17 SchülerInnen als Achtklässler ausgebildet , die dann ein Jahr mit der Mediatoren-Lehrerin eine Art Assistenzjahr absolviert haben, in dem regelmäßige Supervisionen und Intervisionen stattfanden. Heute arbeiten diese Schüler relativ selbstständig in Tandems, allerdings fast immer in Absprache mit den betroffenen Klassenlehrern oder der Ausbildungslehrerin. Auch heute noch gibt es regelmäßige Besprechungen über die Arbeit, verbunden mit Reflexionen und Weiterbildungsmöglichkeiten. Inzwischen ist auch eine zweite Generation Streitschlichter hier nach einem Jahr Ausbildung in die Arbeit eingestiegen. Gut so, denn die erste Generation geht auf ihren Abschluss zu….
Doch natürlich nicht nur in Karlsruhe, sondern inzwischen an etlichen Waldorfschulen sind Schüler in der Ausbildung oder haben sie bereits hinter sich.
Zuletzt hat eine Züricher Schülergruppe Ihre Ausbildung begonnen.
Was macht den Erfolg von Schülerstreitschlichtung aus? Wenn Schüler nur irgend welche Methoden lernen, aber nicht die entsprechende Haltung erwerben, dann bleibt Streitschlichtung u.U. ein eher äußerer Akt, der mitunter wenig nachhaltig ist. Eine gute Ausbildung in dieser Richtung wird also vor allem Wert legen darauf, dass von innen heraus eine ethische Grundhaltung entstehen kann, wichtige Prinzipien, z. B. die Allparteilichkeit, beachtet sind, und die Streitschlichter regelmäßig nach der Ausbildung Supervision und Intervision machen, dass sie lernen, Rechenschaft abzulegen im positiven Sinne, bereit sind, weiter zu lernen, auch ihre Grenzen anerkennen usw..
Erfolgreich sind Streitschlichter oft nicht nur durch ihre Tätigkeit, sondern mitunter schon durch die einfache Tatsache, dass es sie gibt. Das strahlt aus auf andere Schüler in dem Sinne: Es gibt eine Möglichkeit, einen Konflikt konstruktiv zu lösen. Und ich kann mir hier einfach mal Rat holen.
Was braucht es ? Es braucht Kollegen oder Menschen, die Schüler-Mediatoren ausbilden im oben angesprochnen Sinne, und die diese Schüler dann auch dauerhaft begleiten. Und es braucht das Vertrauen eines Kollegiums in die Kompetenzen von Schülern an Stellen, wo wir als Erwachsene einfach nicht so gut hinkommen. Das bedeutet zum Beispiel, in einem konkreten, zu bearbeitenden Fall mit den entsprechenden Schülermediatoren abzusprechen, wie wer wann sinnvoller Weise vorgeht.
Das bedeutet nicht, dass wir uns „ gleich machen“ und Unterschiede, die wir nun einfach mal haben aufgrund von Lebenserfahrung, Ausbildung usw..künstlich wegzuwischen, sondern es bedeutet nicht mehr als einen gewissen Respekt vor der Tatsache, dass ein Schüler eben manchmal für bestimmte Phänomene einen besseren Blick und eine bessere Ansprache findet als wir Erwachsene, die wir halt schon lange im Lebensalltag stehen und nicht mehr überall alle Offenheit haben können dadurch.
Im Kollegen, aber auch Eltern hier auf eventuelle begleitende Aufgaben vorzubereiten, haben wir inzwischen einen „Crash- Kurs Peer-Mediation“ konzipiert. >>Info
Wenn Sie Interesse an unserem Ausbildungskonzept haben, sprechen Sie uns bitte einfach an.
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